Chronik

Von den Anfängen des Ortsteiles Jahnsfelde bis heute (Auszug):

1244 schenkte der polnische Herzog Henryk Brodaty dem schlesischen Zisterziensernonnenkloster Trebnitz Land von 200 Hufen. Das Kloster gründete aus diesen die deutschsprachigen Orte Jahnsfelde, Trebnitz, Görlsdorf und Buchholz mit je 50 Hufen. Ortsbennenung als "Jansvelde".

1299 wird ein Schloss erwähnt

13. Jahrhundert Bau der Jahnsfelder Kirche, welche für die Mark Brandenburg typisch, aus Findlingssteinen erbaut wurde.

1301 Ortsbenennung als "Johensfelde".

1383 wird eine Familie Wagenschütz Lehnsherr des Ortes.

14. Jahrhundert Herstellung einer Kirchenglocke für die Kirche zu Jahnsfelde.

1405 Jahnsfelde gehört zum Hochstift Lebus und hat eine eigene Pfarrstelle.

1444-1473 ist eine Familie Brackow zu Berlin Lehnsherr im Ort.

1449, 26. Juni Kurfürst Friedrich II. verkauft an seinem Rat Heine Pfuel, der von 1430 bis 1457 urkundlich erwähnt wird, "Janßfelde", für 400 Rheinische Gulden, behielt sich aber den Wiederkauf vor. Nach dem Tode Heines wurde hier der Doktor der Rechte, Nicolaus v. Pfuel, Erb- und Gerichtsherr, ihm folgte sein Sohn Melchior, der kurfürstlicher Rat war und auf Quilitz wohnte.

1473 Ortsbennenung als "Janzfelde".

1593, 15. Februar Tod des Christoph v. Pfuel (Christoff Pfvell). In der Kirche wurde ein Sandsteinepitaph zum Tod von ihm an der Nordwand angebracht.

1729 Eine mittelalterliche Kirchenglocke aus der Kirche zu Jahnsfelde wird durch Johann Friedrich Schramm in Frankfurt/ Oder mit dem von Pfuelschen Wappen umgegossen. Diese ist eine der wenigen erhalten vom Frankfurter Glockengießer Schramm.

1756 Beginn des Braunkohlenabbaus bei Jahnsfelde in Untertagebauweise und Errichtung der ersten Bergarbeiter-quartieren.

1800 (um) ist Jahnsfelde das geistige, politische und kulturelle Zentrum im "Pfuelen - Land". Das ist auf das Wirken des 1779 in Jahnsfelde geborenen Adolf Heinrich Ernst von Pfuel (Rufname: Ernst) zurückzuführen. 1801 Erste Erwähnung des Gasthofes "Zu den drei Regenbogen", benannt nach dem Familienwappen derer von Pfuel, welche seit 1449 in Jahnsfelde ansässig sind.

1812/ 1813 Jahnsfelder Einwohner kämpfen in der Lebuser Landwehr unter dem Kommando des General von der Marwitz gegen Napoléon. Der Stein am Ortsrand (an der Chaussee nach Trebnitz) mit der Aufschrift "Den drei Unbekannten" ist Opfern aus dieser Zeit gewidmet.

1818 wird die selbstständige Pfarrstelle in Jahnsfelde geschlossen. Die Gemeinde wird von der Obersdorfer Pfarrstelle verwaltet.

1830 (um) erfolgte der Bau des Jahnsfelder Chausseehauses nach einem Schinkel-Idealentwurf.

1849 Jahnsfelde steht unter dem Pateranalgericht Müncheberg.

1859 Bau der Einklassenschule aus Backstein. Diese Schule verfügte auch über eine eigene Lehrerwohnung.

1860/ 1870 Umänderung des Kircheninneren in seine heutige Gestalt.

1860 (um) erbauten die Kohlegruben im Jahnsfelder Raum eine Kohlebahn vom Grubenfeld Brunow zur Bahnstation Trebnitz. Der Transport auf dieser Pferdebahn wurde per preußischer Verordnung geregelt.

1863 Besuch Theodor Fontanes in Jahnsfelde und Besichtigung des Pfuelschen Familienmuseums.

1864 Im Bereich Jahnsfelde befinden sich zwei Ziegeleien. Gefunden wurden Steine mit dem Brandzeichen "Jahnsfelde", "D.J." und mit einer Krone mit Verzierungen.

1870 (um) Aufstellung der Postmeilensteine (1/2 und 1/4 Meile), von denen an der Bundesstraße 1 im Jahnsfelder Bereich noch zwei unter Denkmalschutz stehen.

1870-1875 Anbau der zwei Seitenflügel am Schloss im neugotischem Stil aus Backstein durch Alexander v. Pfuel.

1879 Jahnsfelde untersteht dem Amtsgericht Seelow bis 1952.

1885 Erwähnung der Jahnsfelder "Grube Preußen" und "Grube Waldeck".

1895 Bergwerk Konsolidiert Preußen mit den Gruben Gottvertrauen und Waldeck.

1908 In Jahnsfelde wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1913 In feierlicher Form erfolgt die Enthüllung des Steines "Den Gefallenen zur Erinnerung" sowie die Pflanzung einer Eiche anlässlich des 100. Jahrestages der Befreiungskriege bei Leipzig (1813-1913).

1917 Eine der mittelalterliche aus der Kirche zu Jahnsfelde wird für Kriegszwecke eingeschmolzen.

1920 (ca.) Gutsarbeiter erhalten von der Familie v. Pfuel "Rentenland" zum Bau eigener Häuser und zur Eigenbewirtschaftung, deren Wert sie bis zur Rente abzahlen mussten. Diese Häuser befinden sich heute noch im Ziegeleiweg.

1923 Bürger führen eine Sammlung zur Errichtung eines Gedenksteins für die gefallenen Angehörige im Ersten Weltkrieg durch.

1933 12./ 13. August Im Ort wird eine Feier zum 25-jährigen Bestehen der Jahnsfelder Feuerwehr unter Leitung des Vorsitzenden und Oberführer Wilhelm Korn durchgeführt.

1934/ 1935 Die Bürger widmen dem Reichskanzler Adolf Hitler einen Gedenkstein und eine Eiche in der Dorfaue.

1937 Alfred Frauendorf verlängert bei Dr. Curt-Christoph v. Pfuel den Pachtvertrag des Gasthofes "Zu den drei Regenbogen", welches bereits 1801 Erwähnung fand.

1945, 16. April Die Jahnsfelder Bürger verlassen ihren Ort vor der heranrückenden 82. Gardedivision der Roten Armee, die am 17. April 1945 den Ort einnehmen. Nach Durchsetzung der Front-truppen besetzt eine polnische Einheit den Ort und errichtet im Wald hinter dem Friedhof ein Barackenwohnlager. Das fehlende Mobiliar nahmen sie aus den Häusern des Ortes und aus dem Schloss, welches zu dieser Zeit von Dr. Curt-Christoph v. Pfuel verlassen wurde.

1945, 10. Mai Rückkehr eines Teiles der alten Ortsbevölkerung. Ernennung von Alfred Frauendorf zum Bürgermeister des Ortes, dessen Frau Besitzerin des Gasthofes „Zu den drei Regenbogen“ war/ ist). Eintreffen der ersten Flüchtlingstrecks aus Schlesien.

1946 (Frühjahr) Jahnsfelder Bürger werden bei Arbeiten zur Eindämmung der Hochwasserkatastrophe an der Oder eingesetzt.

1952/ 1953 Die Feiwillige Jahnsfelder Feuerwehr erhält ihr Feuerwehrgerätehaus gegenüber der Kirche zu Jahnsfelde, im Ortskern.

1953 (bis) Das Siegel/ der Stempel des Bürgermeisters hat drei Segmente des Regenbogens (v. Pfuelsches Wappen) in der Mitte und den Ortsnamen um diese.

1964, 01. Januar Schließung des Jahnsfelder Standesamtes und Übergabe der Amtsgeschäfte durch den Bürgermeister an das Standesamt Seelow.

1967 Schließung der Ortsschule. Alle Kinder gehen nach Worin/ Trebnitz in die dort errichtete/ vorhandene Schule.

1976/ 1977 Beschädigung des Kirchendaches durch einen herabfallenden Ast/ umkippenden Baum. Wegen fehlender Gelder kann die Reparatur nicht erfolgen.

1979 wurde durch das Gesundheitswesen im Jahnsfelder Schloss die Einrichtung für behinderte Kinder/ Jugendliche aufgebaut. Die Leitung übernahm Frau Gisela Schilling.

1980 Ausbau der Orgel aus der Kirche zu Jahnsfelde und Übernahmekauf durch die Kirchengemeinde Obersdorf.

1987, 15. Februar Einrichtung des Projektes "Geschütztes Wohnen" für 15 Jugendliche in den Räumen des Schlosses.

1990, 30. Dezember Schließung der Schwesternstation des Ortes.

1991, 01. Januar Schließung des Kindergartens wegen fehlender finanzieller Mittel. Auch eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der Einrichtung ändert nichts am Entschluss der Gemeindevertreter.

1991, 15. Februar Beginn der Restaurierung der Schlosskirche.

1991, 14. Juni Gründung der Jahnsfelder Jagdgenossenschaft durch 21 Mitgliedern. Die Fläche beträgt 1.143 ha (710 ha Feldfläche, 5 ha Wasserfläche, 391 ha Waldfläche und 37 ha Gemeinde).

1991, 22. Juni Juristische Gründung der Öko-Agrar-GmbH mit dem Namen "Jahnsfelder Landhof".

1992, 01. Januar Jahnsfelde ist Mitglied der Amtsgemeinde-verwaltung Müncheberg.

1994, 24. Juni 750-Jahrfeier von Jahnsfelde

2001, 07./ 08. Juli Die Öko-Agrar-GmbH "Jahnsfelder Landhof" feiert ihr zehn jähriges Bestehen anlässlich des "Jahnsfelder Dorffestes" im Schlosspark. In der Kirche hat der "Jahnsfelder Landhof" und "Chronik Jahnsfelde" eine Ausstellung, die kostenlos besichtigt werden kann.

2001, 11. Juli Gründung des Vereins "Jahnsfelder Schlosspark". Der Verein ist seit dem 03. September 2001 beim Amtsgericht in Strausberg eingetragen. Zweck des Vereins ist die Förderung des Sports, des Denkmalschutzes, der Jugendhilfe sowie der Landwirtschaft- und Heimatpflege. Der Verein will die dörfliche Gemeinschaft fördern und bei Dorffesten mitwirken.

2001, 14. August In einem aufwendigen Verfahren werden nahe der Bundesstraße 1 zwischen Müncheberg und Jahnsfelde alte unterirdische Braunkohlestrecken verfüllt. Die meist als offene Hohlräume noch vorhandenen, oft wassergefüllten, aber nicht mehr zu befahrenden Strecken stellen eine Gefahr dar. Deshalb werden sie nach und nach mit Mitteln des Wirtschaftsministeriums gesichert. Mitarbeiter einer Frankfurter Bergsicherheitsfirma pumpen in die 20 bis 40 Meter unter der Erde liegenden Stollen eine Suspension aus dem Landesamt Geowissenschaften und Rohstoffe die gefährlichen Stellen ausgemacht worden.

2002, 01. März Mit den Unterschriften unter die Gebietsänderungs-verträge haben die Bürgermeister der bisher amtsangehörigen Gemeinden und Amtsdirektor Klaus Zehm die Bildung der neuen amtsfreien Stadt Müncheberg besiegelt. Sie sind die ersten in Ostbrandenburg, die das Modell der amtsfreien Gemeinde so weit vorangetrieben haben.

2003, 03. Mai Die Feier zum 95-jährigen Bestehen der Freiwilligen Jahnsfelder Feuerwehr mit Stadtausscheidewettkämpfen findet im Schlosspark statt.

2004 Das Jahnsfelder Schloss wird bei einer Grundstücksauktion in Berlin aufgerufen. Es findet sich kein Käufer.

2004, August Die Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Einklassenschule beginnen.

2005 Das Jahnsfelder Schloss ist verkauft und im privatem Besitz. Sommer Schloss und Schlosskirche öffnen an 5 Sonntagen von Mai bis August ihre Türen. Über 500 Besucher kamen nach Jahnsfelde. August Die Restauration an der Einklassenschule von Jahnsfelde ist abgeschlossen.

2005, August Die Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Einklassenschlue sind abgeschlossen. Das Gebäude strahlt nun in seinem Urzustand und steht für das Jahnsfelder Vereinsleben, Sitzungen des Ortsbeirates und als Jugendclub zur Verfügung.

2007, 05. Januar In der ehemaligen Einklassenschule beschließt man einen Förderverein für die Jahnsfelder Feuerwehr zu gründen. Am 16. April 2007 wurde der Verein unter dem Namen "Förderverein Freiwillige Feuerwehr Jahnsfelde 1908 e. V." im Vereinsregister eingetragen.

2013 Die Grabkreuze im v. Pfuelschen Erbbegräbnis auf dem Friedhof wurden restauriert. Damit wurde ein wertvoller Teil der Jahnsfelder Geschichte für die nächsten Jahrzehnte gesichert.

2015 Die Genehmigung zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses wurde erteilt. Der Bau soll im Frühjahr 2016 beginnen.